Impfungen .. inkompetente Ärzte

Ob Trekking im Himalaya oder Strandurlaub in Thailand – Erfahrungen zu Reisen in den fernen Osten
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DoKa
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Impfungen .. inkompetente Ärzte

Beitrag von DoKa »

Also ich war jetzt sowieso schon bei einem anderen Hausarzt, da mein "alter" irgendwie schon Wochen braucht um zu schauen, ob sie die Impfstoffe da haben.

Jedenfalls hab ich ihm die Liste mit den vom Auswärtigen Amt empfohlenen Impfungen gezeigt ( bereist werden Thailand, Malysia, Singapur, Kambodscha und Vietnam ).
Er meinte daraufhin, dass er Typhus machen würde (ist ja aber kostenpflichtig ... wohl deswegen), und Tollwut und diese Japanische Enz.. würde er nicht machen. Aussage "Wenn Sie von einem Hund gebissen werden fahren Sie halt so schnell wie möglich heim, aber die Hunde in Thailand sind eh scheu" ... ?!

Habe gehört, dass gerade Tollwut ziemlich wichtig ist.
Was mache ich denn jetzt, er will mich lediglich gegen Hepatitis A+B und Thypus impfen. Diptherie, Polio und Tetanus hab ich schon ...

:(
Pertinax
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Beitrag von Pertinax »

Spannende Frage - letztendlich ist es auch eine Frage der Wahrscheinlichkeit, welche der Impfungen du am ehesten brauchst. Ärzte wissen auch nicht vorher, welche Viren und Bakterien du unterwegs triffst.

"Kostenpflichtig" ist jede Impfung - der Impfstoff kostet immer etwas und auch Ärzte wollen und müssen etwas einnehmen, um sich und ihren ganzen Laden zu versorgen. Die Frage ist eher, ob deine Krankenkasse die Kosten übernimmt. Die haben meist Ermessensspielräume. Meine (allerdings eine Versicherung) hat Hepatitis übernommen, wenn es nicht in Verbindung mit einer Fernreise steht - schließlich kann man sich auch beim Muschelessen mit HepA infizieren. Wenn du also Typhus auf eine andere Rechnung machst, dann könnte Hep schon einmal umsonst sein. Der Rest ist auch Verhandlungssache mit der Versicherung.
Ist übrigens eine Investition, die dann bei den nächsten Reisen auch noch da ist...

Tollwut ist potentiell tötlich - wenn ich eine Liste mit Impfempfehlungen veröffentlichen müsste, würde ich das auch nicht einfach weglassen. Allerdings kann man Tollwut behandeln, wenn man danach zügig einen Arzt aufsucht. Erfahrungsberichte dazu findest du hier im Forum. Es kann also sein, dass der Arzt, als er deine Reisepläne hörte, sehr kompetent die Einschätzung getroffen hat, dass für genau deine Reise keine Tollwut-Impfung erforderlich ist, weil du unterwegs immer innerhalb von 24 Stunden einen Arzt aufsuchen kannst, der dich kompetent behandelt. Zumindest auf den üblichen Routen in deinen Ländern gibt es für uns reiche Touristen immer die Möglichkeit, sich zu einem Arzt fahren zu lassen, der dich vernünftig behandelt. Bei anderen Krankheiten wie Hepatitis bemerkt man die Ansteckung nicht, deshalb kann es für vieles zu spät sein, bevor man etwas bemerkt, einen Hundebiss bekommt man aber schon mit.

Die Frage ist also:
Bist du in sehr peripheren Gegenden unterwegs, wo du nicht auf die Schnelle einen Arzt (also Stadt) erreichen kannst?
Wie groß ist die Gefahr, dass dich ein tollwütiges Tier beißt? Hängt von deiner Route ab, in Singapur eher ungewöhnlich...

Die Impfstoffe gibt es in der Apotheke - lass' dir ein Rezept ausstellen und gehe dann selbst hin. Dort kann man das Mittel zumindest sehr schnell bestellen. "Ein paar Wochen" kann nicht sein.
ULMERMONSTER
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Beitrag von ULMERMONSTER »

Zum Thema Tollwut:
Da würde ich vorab keine Impfung raten!
Ich war nicht geimpft und mich hat in Thailand auf Koh Tao ein Tollwütiger Hund gebissen und habe mich dann behandeln lassen und es war das Medikament vorrätig! Die ersten Spritzen habe ich mir in Thailand geben lassen (bei versch. Ärzten und Städten kein Problem)
Die Krankenkasse hat dann alles übernommen, da es keine Prophylaxe sondern Behandlung war!

Zu Thyphus:
Da ist meines Wissens für Südostasien keine Empfehlung (bin mir aber gerade nicht 100% sicher), sondern nur für Indien etc.!
Würde ich persönlich nicht machen!

Zu Hep. A und B:
Ja auf jeden Fall!!! wie Pertinax geschrieben hat, Krankenkasse bezügl. Übernahme fragen! Wird bei Kontakt mit vielen Personen (trainer, Jugendleiter, Lehrer, Ersthelfer-Funktion im Geschäft etc. übernommen, laß Dir was einfallen, das klappt meistens! ;) )

Zu Jap. Enzephalitis:
nein Wirkung der Impfung unsicher!

Zu Malaria:
Ich persönlich: Keine Prophylaxe und Kein Standby!!!
Bei auftreten von unbehagen, krankheitssymptomen einfach einen Arzt aufsuchen und auf keinen Fall selbst mit ***** etc. rumdoktern! Ärzte sind da unten echt gut!

Das wichtigste ist aber die "sogenanten Grundimpfungen" die du ja hast!
ggf. Auffrischen!!!

Viel Spaß auf deinem Trip!
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SunSan
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Beitrag von SunSan »

DoKa hat geschrieben:...

Habe gehört, dass gerade Tollwut ziemlich wichtig ist.
Was mache ich denn jetzt, er will mich lediglich gegen Hepatitis A+B und Thypus impfen. Diptherie, Polio und Tetanus hab ich schon ...

:(
HEP A+ B, Typhus nicht unbedingt noetig, den Rest hast du. Aber ich bin kein Arzt ;)
wus
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Beitrag von wus »

Ich habe auch so eine Erfahrung mit meinem (damaligen) Hausarzt - war wohl auch so ein "alter":

Als ich das erste mal nach Indien musste (1985, geschäftlich) und von Tuten und Blasen noch keine Ahnung hatte ging ich also zu meinem Hausarzt, sagte ihm dass ich nach Indien muss und fragte ihn was man da braucht. Er verschrieb mir unter anderem Fansidar als Malariaprophylaxe!

Ich besorgte es mir in der Apotheke, las den Beipackzettel (liest sich wie Tod und Teufel, das Zeugs ist heftig!), dann ging ich schnurstracks zurück zu dem guten Mann und fragte ihn ob er allen Ernstes will dass ich dieses Teufelszeug prophylaktisch über einen längeren Zeitraum einnehmen sollte. Das bejahte er und gab mir zur Beruhigung einen Beipackzettel, der sich ähnlich schlimm las. Er sagte, das wäre der der Beipackzettel den man Schokolade beipacken müsste wenn sie rezeptpflichtig wäre.

Ich nahm also Fansidar, und es ging mir entsprechend schlecht.

Unterwegs habe ich dann gelernt dass es sowas wie Tropeninstitute gibt. Davon hatte ich vorher noch nie gehört. Nach meiner Rückkehr bin ich also ins Tropeninstitut und hab denen das alles erzählt. Da waren die ganz entsetzt und wollten gleich den Namen von meinem Hausarzt wissen! Das modernere Malariaprophylaxemittel war nämlich auch damals schon das - besser verträgliche - Resochin.

Fortan ging ich also vor Reisen in entsprechende Länder nicht mehr zum Hausarzt, sondern zum Tropeninstitut.

Aber nur so lange, bis ich mein nächstes Schlüsselerlebnis hatte: Ich wollte nach Palawan, "the last frontier" (Philippinen).

Den hiesigen Tropeninstituten galt die Insel damals (1996) als Malaria-Hochrisikogebiet. Man riet mir davon ab, dort hin zu fahren. Da ich aber etliche Leute kannte die dort eine gute Zeit erlebt hatten habe ich das ignoriert und bin trotzdem hingefahren. Natürlich wieder malariaprophylaxefressenderweise, man will sich ja nix holen. Und wieder ging's mir schlecht, wenn auch nicht ganz so schlimm wie in Indien.

In Palawan fuhr ich mehrere Male längere Strecken mit dem Bus und wie's der Zufall so will stellte sich mein Sitznachbar auf einer dieser Fahrten als einheimischer Arzt heraus. Ich fragte ihn was denn die Einheimischen in diesem Malaria-Hochrisikogebiet gegen die Malaria tun.

Da fragte er mich erstmal wie ich drauf käme dass dies ein Malaria-Hochrisikogebiet sein sollte. Wie sich dann herausstellte lag der letzte Malariatote auf der Insel über 5 Jahre zurück. Er sagte Malaria sei hier seit Ende der 80er kein Problem mehr.

So viel zum Thema "Aktualität der den Tropeninstituten vorliegenden Informationen".

Danach - inzwischen gab's ja das Internet - habe ich längere Zeit immer wieder Informationen zu diesem Thema gesammelt und bin letztlich zu dem Schluss gekommen dass die hiesigen (und die meisten westlichen) Tropen- und ähnliche beratende Gesundheitsinstitute eine extrem konservative Haltung einnehmen, die vorwiegend dazu dient, mögliche Regressansprüche zu vermeiden. Nach dem Motto, besser die Leute leiden an Nebenwirkungen als an Malaria. Dass das auch mal ins Auge gehen kann weiß man spätestens seit den ersten *****-Toten.

Die eindeutigen Spitzenreiter in dieser Hinsicht sind allerdings schon die deutschen Tropeninstitute. Zu Zeiten als andere westliche Institute längst die Wirksamkeit und (relative) Verträglichkeit von Doxycyclin als (Langzeit-) Malariaprophylaxe anerkannten und es empfohlen, wurde hierzulande immer noch hartnäckigst davon abgeraten.

Was lernen wir daraus? Geh mit so speziellen Sachen nicht zum Hausarzt. Geh zu einem Arzt, der was von den Krankheiten versteht, um die es (möglicherweise) geht. Leider gehören die Ärzte in den hiesigen Tropeninstituten auch nur theoretisch dazu.

Ich bin seither vollkommen davon abgekommen vor Reisen irgendwelche speziellen Impfungen machen zu lassen. Das ist weder den Stress noch das Geld wert. Ich lasse alle 10 Jahre meine Tetanus-Impfung auffrischen und that's it. Bevor ich irgendwo weit weg düse erkundige ich mich ob es dort Seuchen oder andere außergewöhnliche Ansteckungsgefahren gibt - wenn ja, dann fahre ich da nicht hin - habe ich mir vorgenommen, ist aber noch nie vorgekommen.

Ich nehm auch keine Malariprophylaxe mehr, seither geht es mit unterwegs viel besser! Natürlich fahre ich andererseits auch nicht ausgerechnet zur Regenzeit in Malaria-Gegenden.
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La_Tentacion
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add on...

Beitrag von La_Tentacion »

...nachdem ich bei Umfragen bei Hausarzt, Werksarzt, Bekannten plus Suche im www lauter widersprüchliche Aussagen bez. Malariaprophylaxe fand UND die Sache mit den Nebenwirkungen mit meiner Vorstellung von Urlaub überhaupt nicht vereinbaren konnte, kam ich auf eine glorreiche Idee:

Ich fragte Kollegen aus Südindien, wie sie das eigentlich machen, wo sie da doch immer wohnen. Große Augen. "Wie meinst du das? Prophylaxe?"

Logo ne - mensch kann ja nicht lebenslang Prophylaxe schlucken.

Einziger Tipp: Na ja - wir lassen uns nicht stechen, lange Ärmel + Hosen anziehen und im Kinderzimmer stecken wir in der Nacht so ne Mückenabwehr (ne Art Räucherspirale auf elektronisch) in die Steckdose.

Ich glaub echt, die Aufregung ist recht einseitig bei den Touris...
ULMERMONSTER
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Beitrag von ULMERMONSTER »

La_Tentacion hat geschrieben:...nachdem ich bei Umfragen bei Hausarzt, Werksarzt, Bekannten plus Suche im www lauter widersprüchliche Aussagen bez. Malariaprophylaxe fand UND die Sache mit den Nebenwirkungen mit meiner Vorstellung von Urlaub überhaupt nicht vereinbaren konnte, kam ich auf eine glorreiche Idee:

Ich fragte Kollegen aus Südindien, wie sie das eigentlich machen, wo sie da doch immer wohnen. Große Augen. "Wie meinst du das? Prophylaxe?"

Logo ne - mensch kann ja nicht lebenslang Prophylaxe schlucken.

Einziger Tipp: Na ja - wir lassen uns nicht stechen, lange Ärmel + Hosen anziehen und im Kinderzimmer stecken wir in der Nacht so ne Mückenabwehr (ne Art Räucherspirale auf elektronisch) in die Steckdose.

Ich glaub echt, die Aufregung ist recht einseitig bei den Touris...

Meine Rede!!!!
;)
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jayjay
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Beitrag von jayjay »

1) Hep B ist eigentlich so oder so zu empfehlen, unabh ob Reise oder nicht. Gehört mittlerweile übrigens auch zur Grundimmunsierung bei Säuglingen. Siehe STIKO.

2) Tollwut: zumindest in Risikogebieten (Indien) und entsprechender Reiseform (Backpacken etc) trotzdem zu emfehlen, selbst wenn zuverlässig innerhalb von 24h ein Arzt aufgesucht werden kann, da Postexpositionsprophylaxe bei vorheriger Tollwut-Grundimmunisierung weit weniger aufwendig etc.; ausserdem häufiges Problem: Postexpositionsimpfstoffe in entsprechenden Ländern nicht unbedingt zuverlässig, da entweder nicht das aktuelle (weitaus sicherere) Zeug oder zB. Kühlprobleme (dauerhafte Kühlung notwendig) etc. pp.
Tollwut gehört zu den Krankheiten, die IM FALLE einer Infektion zu nahezu 100% tödlich enden, und zwar in einem brutalen, äußerst fiesen Tod. Bei solchen Krankheiten gilt eigentlich: Vorbeugung ist immer besser.

3) Malaria: Expositionsprophylaxe (wenn es nicht gerade Schwarzafrika ist) definitiv am wichtigsten (unterschiedliche Mückenarten übertragen ja auch weitere Krankheiten wie zB. Dengue)! Zu den Einheimischen: ist häufig so, dass Bewohner von Risikogebieten genetische "Vorteile" haben; bekannt ist ja zB. die Sichelzellanämie, die häufiger vorkommt und Malariaimmunität mit sich bringt. Ist also möglicherweise nur die halbe Wahrheit, wenn man sich danach richtet, wie Einheimische vorgehen.
Fatima

Impfungen

Beitrag von Fatima »

Impfungen falls Sie im Kühlschrankfach erliegen ist das noch in Ordnung.Wien würde Impfungen nötig bruachen.Bitte um eine Preisangabe beisammen.
Sendung erfolgt nach Wien per Post.
Zustelldaten.Fatima Akkayaoglu
Kapaunplatz 7/15/6
1200 Wien/Österreich
+4369911052689
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