Gesundheit+Sicherheit Ostafrika: Frage an alle, die länger dort waren

Von Algerien bis Zentralafrikanische Republik: Empfehlungen, Reiserouten und mehr für den schwarzen Kontinent
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haneczka
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Registriert: Fr 18. Mär 2016, 19:01

Gesundheit+Sicherheit Ostafrika: Frage an alle, die länger dort waren

Beitrag von haneczka »

Hey,
ich möchte von Juli bis Januar mit meinem Freund Ostafrika bereisen. Geplante Länder waren bisher Äthiopien, Kenia, Uganda, Ruanda, Tansania, Moçambique, Südafrika.

Meine Frage richtet sich vor allem an alle, die in einem ostafrikanischen Land leben oder die Länder mehrere Monate lang bereist haben: Wie habt ihr euch (medizinisch) vorbereitet und wie schätzt ihr die Lage bzgl. Erkrankungen ein? Ist es wahrscheinlich, z.B. an Malaria zu erkranken? Und ist es im Notfall wirklich so schwierig gut medizinisch versorgt zu werden? (Muss man ins KH fahren oder reicht es, einen lokalen Arzt aufzusuchen?) Die wichtigsten Impfungen haben wir schon und werden außerdem Medikamente zur Malariaprophylaxe einnehmen.
Gibt es sonst noch irgendetwas zu beachten?

Wir haben nicht viel Geld und werden uns keine besonders guten Unterkünfte oder Transportmittel leisten können. Wir haben ein Zelt dabei und wollen Bus fahren.

Ich hoffe, ihr könnte mir von euren Erfahrungen berichten und freue mich sehr auf eure Antworten!:)

Bush Adventure
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Registriert: Do 5. Nov 2015, 14:22

Re: Gesundheit+Sicherheit Ostafrika: Frage an alle, die länger dort waren

Beitrag von Bush Adventure »

Jambo Heneczka,

neben den Impfungen, die ihr mit einem Arzt absprechen solltet, braucht ihr vor allem eine Auslandsreise-Krankenversicherung mit Reise-Rücktransport über den gesamten Zeitraum. Zwar werdet ihr die Kosten erst vorstrecken müssen und könnt die Belege bei eurer Rückkehr dann bei der Versicherung einreichen, das ist aber auf jeden Fall besser, als alle Kosten selber zu tragen.
Fragt vor Versicherungsabschluss genau nach, wie es abläuft, damit ihr wisst, was ihr zu tun habt und nicht erst aus Afrika teuer nach Deutschland telefonieren müsst.
Je nach Land ist die medizinische Versorgung unterschiedlich, aber grundsätzlich gilt in Städten gibt es ausreichend Ärzte und Krankenhäuser, auf dem Land gibt es oft keine Krankenhäuser oder nur wenige Ärtze, sondern mehr kleine Krankenstationen mit Krankenschwestern, die eine Grundversorgung sicherstellen.
Ob man krank wird, hängt zum großen Teil auch von dem eigenen Verhalten ab, da Europäer oft Probleme mit der Hygiene/Ernährung haben. Es ist manchmal eben schwierig, sich vor dem Essen die Hände zu waschen (hier können Desinfektionstücher oder eine flüssige Händedesinfektion aus der Drogerie in Deutschland oder dem Supermarkt in Ostafrika schon helfen). Man sollte auch nicht immer aus der gleichen Flasche trinken, da sich auch hier Krankheitskeime bilden. Oft ist alleine die Klima- und Essensumstellung (es wird oft viel fettiger gekocht als in Deutschland) ein Grund für Durchfall, der aber nach 1-2 Tagen wieder weggehen sollte - hier hilft meist viel Trinken und ruhig mal gar nichts oder nur fettfreies Essen zu sich zu nehmen.
Beim Trinken solltet ihr auf keinen Fall sparen, da der Körper bei den Temperaturen viel Flüssigkeit verliert.
Ansonsten gilt die Regel lieber nur gekochtes, durchgegartes und Sachen, die ihr selber frisch schält, essen.

Bei Malaria müsst ihr selber entscheiden, ob ihr die Nebenwirkungen von den Prophylaxe Tabletten wirklich 6 Monate lang in Kauf nehmen möchtet oder die Tabletten nur als Stand by - Mediaktion dabei haben wollt, falls es mal wirklich weit bis zum nächsten Krankenhaus ist.
Es gibt aber in nahezu jeder Apotheke auch Schnelltests für Malaria. Diese können helfen zu entscheiden, ob es wirklich notwendig ist, Malaria-Medikamente einzunehmen.
Wichtiger ist immer unter einem Moskitonetz zu schlafen (am besten ein imprägniertes oder eingewebtes) und ausreichend Insektenschutzmittel dabei zu haben, um sich vor den Stichen zu schützen. Beides bekommt ihr aber auch in Supermärkten in Ostafrika, da ihr keinen Vorrat für 6 Monate mit euch rumschleppen könnt.

Nehmt kleinere Verletzungen nicht auf die leichte Schulter, gerade wenn ihr Wunden nicht sofort säubern und desinfizieren könnt. Bei der Wärme vermehren sich Erreger viel schneller und manches, was in Deutschland hilft, wirkt hier nicht. Wenn es nicht nach 3 Tagen besser wird, solltet ihr auf jeden Fall zum Arzt gehen, dann gibt es Antibiotika.

Zur Sicherheit: Möglichst NIE bei Dunkelheit zu Fuß unterwegs sein, lieber ein Taxi oder ähnliches nehmen. Das ist sicherer und im Endeffekt günstiger, als die Kosten nach einem Überfall.
Auch solltet ihr euer Zelt nur auf sicherem Gelände aufbauen - so etwas wie menschenleere Wildnis gibt es fast nicht mehr und wenn, ist es nicht ungefährlicher.
Nicht zu viel Bargeld mit sich herumtragen, da es in allen Städten Geldautomaten oder Banken, um mit Kreditkarten Bargeld zu bekommen, gibt. Erkundigt euch vorher, welche wo akzeptiert wird, aber mit VISA oder Mastercard wird es fast überall klappen.
Ich weiß nicht, welche Route ihr geplant habt, um von Äthiopien nach Kenia zu kommen, aber der Landweg ist nicht gerade
die sicherste und bequemste Verbindung. Evtl. denkt ihr über einen Flug von Addis nach Nairobi/Mombasa nach.

Ansonsten viel Spaß und alles Gute
Olaf

haneczka
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Registriert: Fr 18. Mär 2016, 19:01

Re: Gesundheit+Sicherheit Ostafrika: Frage an alle, die länger dort waren

Beitrag von haneczka »

Vielenvielen Dank für deine Antwort,Olaf! :)

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