Ecuador, Peru, Bolivien in 3 Monaten???

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martinmm
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Ecuador, Peru, Bolivien in 3 Monaten

Beitrag von martinmm »

Hallo zusammen,

fahre zwischen Mitte Februar bis Mitte Mai 2008 nach Südamerika und mache dort eine klassische Andentour von Ecuador über Peru nach Bolivien. Ist übrigens meine erste Rucksack-Tour.

Bin nun in der Vorbereitung des Trips und mir schwebt da folgende Route vor:

Lande in Quito und möchte dann die „Straße der Vulkane“ entlang über Latacunga, Banos und Riobamba nach Cuenca. Von da aus nach Guayanquil, sodann über die Grenze bei Huaquillas/Agus Verdes nach Tumbes, Piura, Trujillo und nach Lima. Von Lima aus nach Nasca (Nasca-Linien), Arequipa (Colca Canyon), Cusco (Machu Pichu), Puno (Titicaca-See mit Isla del Sol und Copacabana) nach La Paz. In La Paz will ich kurz nach dem Downhill nach Uyuni (Tour zum Salar de Uyuni), dann über Cochabamba nach Santa Cruz. Von Santa Cruz flieg ich dann zurück. Wenn noch Zeit übrig bleiben sollte (anderthalb Wochen müssten hier wohl reichen), würde ich noch schnell von Santa Cruz nach Corumba (möchte dort gerne im Brasilianischen Pantanal eine kleine Dschungeltour machen) und zurück.

Dies stellt nur meinen „Roten Faden“ da, der mit Sicherheit hier und da nicht eingehalten werden kann. Was haltet Ihr aber von dieser Strecke? Ist diese in 3 Monaten machbar? Würdet Ihr etwas weglassen? Was anderes hinzufügen oder durch irgendwas ersetzen? Werde übrigens keine Inlandsflüge in Anspruch nehmen, sondern nur Bus & Bahn benutzen.

Wäre für Vorschläge sehr dankbar!
Grüße
miraculixx
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Beitrag von miraculixx »

Das liest sich top. Und sicher so auch machbar. Mit der Bahn wird es weniger klappen, die einzige gangbare Strecke wird Dir von Riobamba nach Alausi begegnen.

Vor Latacunga empfehle ich Dir einen Abstecher auf den Cotopaxi, das ist sicher auch ein bleibendes Erlebnis für Nichtbergsteiger (bin auch keiner). Der bus hält am Parkeingang, wenn Du den Fahrer bittest. Für das letzte Stück kannst du einen Guide in Quito engagieren, das macht die Sache bedeutend preiswerter. Meist fahren die im Anschluß auch nach Banos (einige Touroperateure haben in Quito nur eine Zweigstelle und den Hauptsitz in Banos), so daß sie Dich sicher bis Latacunga mitnehmen können.

Nach Latacunga empfehle ich Dir die direkte Fahrt nach Chugchilan. Das ist nur ein kleines Nest und der weg dorthin beschwerlich. Aber es ist Ausgangspunkt für allerlei Reit/Wander/...touren. Unter anderem kannst Du von hier nach Quilotoa wandern (Backpack in Latacunga oder Chugchilan lassen). Der Kratersee wird Dich beeindrucken.

Auf dem Weg von Alausi nach Cuenca empfehle ich Dir in Ingapirca zu halten. Die besterhaltene und größte Inkaruine Ecuadors ist winzig klein, aber allemal besser als der Tourimist, der größtenteils in Nordperu angepriesen wird.

Vielleicht ist es auch besser, von Alausi gleich nach Guayaquil und erst von dort in Richtung Cuenca aufzubrechen? Ich habe Huaquillas/Aguas Verdes gemieden und bin über Loja-Macara nach Peru gegangen. Ersteres wurde mir abgeraten und zweiteres als unkomplizierter vorgeschlagen. Das die Grenzüberquerung via La Tina auch unkompliziert ist, wenn man den Einreiseabschnitt aus der Einreiseerklärung verloren/verbummelt/verschlampt hat, kann ich nur bestätigen. Ich durfte einfach eine neue Erklärung ausfüllen und meiner Wege ziehen. Huaquillas habe ich nicht gesehen.

Nach Piura empfehle ich Dir einen Abstecher an die Küste nach Paita. Von hier aus kannst Du Dich in einer Motorikscha unkompliziert und preiswert nach Colan bringen lassen und auf Luxuspflaster im Palmenschatten abchillen. Das ist wirklich ein nettes Plätzchen, dürfte aber zu Deiner Ankunftszeit schon Saisongebiet sein und ist dann nicht mehr preiswert, sondern wirklich nur von Paita als Erkundung empfehlenswert. Sollte die Saison nocht nicht eingeläutet sein, ist auch nicht viel los, das macht es ruhiger und die Bungalowbetreiber lassen sich auf spektakuläre Preisnachlässe ein, obgleich das Wetter Saisonhaft sein kann.

Von Piura weiter nach Trujillo. Chiclayo kannst Du getrost auslassen. Sipan fand ich wohlformuliert enttäuschend. In Trujillo lohnt der Halt schon eher (zumal die Gegend nur Wüste ist!). Hier kannst Du Dir eines der zahlreichen Taxis für eine private Kompletttour chartern. Das bringt Dich dann nach Huaca el Dragon, Huaca del Sol, Huaca la Esmeralda und Chan Chan.

Ab Chimbote empfehle ich Dir einen Linkseinschlag in Richtung Canon del Pato und dann die Strecke zwischen Cordillera Negro & Blanco in Richtung Huaraz. Zwischenhalt in Carhuaz und ab in die Berge. Hier findest Du zahlreiche Bergseen, an denen Du auch illegal campen kannst. Ansonsten sitzen da oben ein paar Staatsdiener der Energiewerke, die Dir auch kostenfrei mit Logie weiterhelfen. Und ein paar Wanderhütten. Im Lonelyplanet dürften diese aufgeführt sein, wenn der ordentlich recherchiert ist.

Dann weiter über Barranca nach Lima.

Nasca habe ich ausgelassen, bin stattdessen über die Berge der Guerillera leuchtender Pfad (Huancayo/Ayacucho) nach Cuzco gezogen.

Die Wahl Arequipa ist natürlich unbedenklich und immer empfehlenswert.

Von Puno empfehle ich einen Abstecher nach Sillustani. Dann weiter nach Copacabana und auf die Sonneninsel.

Zwischen Uyuni und Cochabamba empfehöle ich noch einen Abstecher nach Potosi, hier speziell in die vermeintlichen Silberminen. Man kann sich auch unter die Bergarbeiter mischen und in die echten Minen gehen (also nicht die Touriaufbereiteten, sondern unter realer Bedingung in die produktiven Stollen) und das sollte ein prägnantes Erlebnis in Bezug auf die Bewertung anderer Arbeit werden, voraussetzung ist eine körperliche statur, die es zuläßt, durch enge Öffnungen zu kriechen. Nebeneffekt sind die kleinen Dynamitspielchen, da man ja unter normalen Umständen wenig Kontakt mit Sprengstoffen haben dürfte.

Der Rest ist auch mit neidischem Blick zu betrachten.

Vielleicht noch einen Rat am Rande. Obwohl Bolivia zu meinen Top3 del Mundo zählt, ist es wichtig sich damit vertraut zu machen, daß deren Bevölkerung sehr arm ist. Der eine oder andere gleicht seine Armut gelegendlich oder professionell illegetim und verwerflich aus. Insgesamt empfehle ich nicht, sich auf Sicherheiten in Bolivien zu verlassen. Dazu gehört auch der Postweg. Von mir kamen nur polizeilich registrierte Pakete in Deutschland an. Alle anderen sind spurlos in Bolivien verschwunden.

Der Paketversand ist darüberhinaus gesehen in allen südamerikanischen extrem teuer, einzig die Staatspost Argentiniens bietet preiswerte Alternativen, sieht sich aber im Vorwurf des permanenten Diebstahls der zur Beförderung gegebenen Ware (was ich nicht bestätigen kann, aber auch erst nach Einleitung von Nachforschungsaufträgen, welche von Deutschland aus nicht unproblematisch sind, nach Monaten an meine Habe gekommen bin, in ungeöffnetem Zustand). Am besten klappt der Versand größerer Dinge von Ecuador, Peru und Uruguay - so meine Erfahrung.

Es sind zwar drei Monate, aber halt den Rucksack klein. Größer als 55-60 Liter sollte er nicht sein. Du findest überall genügend Lavanderias, um Deine Sachen reinigen zu können und brauchst nicht soviel anzählig mitnehmen.

Speicherkarten möglichst immer am Körper transportieren. Mir hat man in Südamerica 4GB Bildmaterial in Form von Speicherkarten aus der Post gestohlen. Und vor einer Woche in Europa zwischen Checkin und Checkout mein Backpack in der Flughafengepäckabteilung geplündert, wieder mit dem Verlust von 3,5 GB Bildmaterial.

Deine Zeit dürfte in jeder Hinsicht reichen, noch mehr Abstecher zu machen. Ich wünsch Dir viele bleibende positive Erlebnisse...
martinmm
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Beitrag von martinmm »

Hi miraculixx,

vielen Dank für Deine Ausführungen und Mühe. Sehr nett von Dir.

Mit der Begehung des Cotopaxi hab ich mich auch schon beschäftigt. Jedoch bin ich diesbezüglich absolut ein Greenhorn und ausstattungsmäßig weiß ich auch nicht gerade, was man da mithaben sollte. Werd mich damit aber noch mal auseinandersetzen.

Nach Quilotoa wandern stand auch bereits auf meiner to-do-Liste. Freu mich auch schon drauf. Hab aber gelesen, dass man um den Kratersee nicht unbedingt alleine wandern sollte. Kannst Du das bestätigen?

Bezüglich des Grenzüberganges von Ecuador nach Peru hast Du mich überzeugt. Würde vorher (wenn Busse fahren) von Alausi nach Guayanquil und dann von da aus nach Cuenca, bevor ich die Grenze überstreite. Mit einem Abstecher nach Paita bin ich mir jedoch noch nicht sicher.

Kannst Du eigentlich in Arequipa hinsichtlich der Colca Canyon-Tour einen Anbieter empfehlen? Müsste ich da etwas beachten? Oder einfach eine x-beliebige Tour buchen, Backpack in Arequipa lassen, das nötigste mitnehmen und drauflos? Weißt Du auch, wenn man den Downhill von la Cumbre nach Coroico über ne Touragentur bucht, ob der Rücktransport inbegriffen ist oder ob dieser in Eigenregie zu bewältigen ist? Müsste mich dann nämlich im Vorfeld nach Bussen für die Rückfahrt etc. erkundigen.

Wegen Potosi haste mir aber einen Riesentipp mit auf den Weg gegeben. Vielen Dank. Werde auf jeden Fall versuchen mir die Silberminen anzuschauen. Würde vor allem die Bergarbeiter-Variante wagen, also ohne Touranbieter. Hab ich Dich da aber wirklich richtig verstanden, ich fahre zu den Silberminen und spreche dort vor Ort einen Bergarbeiter bezüglich einer persönlichen Führung an? Oder gibt es da alternative und nicht gerade offizielle Tour-Anbieter?

Vielen Dank noch mal!!!!!
miraculixx
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Beitrag von miraculixx »

martinmm
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Beitrag von martinmm »

Hallo miraculixx,

nochmals vielen Dank für Deine Mühe. Noch 3 x Schlafen und dann geht´s los Richtung Quito. Und Du hast ein wenig meine Route beeinflusst. Thanks...
miraculixx
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Beitrag von miraculixx »

vergiß die bahn in riobamba nicht. die fährt nur zweimal in der woche. vorher ordentlich Lollis und Bonbons für die wegstreckenkinder einsacken. ne regenhülle für die fahrt ist angebracht. es gibt aber auch folien zu mieten (1US$). das sitzkissen sollte schon gemietet werden (1US$), sonst ist der hintern am tagesende wund.

speicherkarten sind in ecuador noch halbwegs günstig. wenn du also merkst, daß du zu wenig hast, hier vorsorgen. in peru und bolivien sind sie zu teuer und nur mit kleiner kapazität zu bekommen (256mb - 512mb, selten 1gb). paraguay lohnt sich da schon eher, vielleicht reicht dir ja die zeit am ende deiner tour sogar noch für einen abstecher nach asuncion. in argentinien könntest du ebenfalls alternativ vorbeischauen (über villazon/la quiaca nach salta).

versuche in jedem sich bietenden internetcafe deine bilder auf cd zu sichern, manchmal bieten es auch fotoläden preisgünstig an. auch hier gilt, in ecuador ist es einfacher als in peru oder bolivia.

**** drug, viel spaß beim cocakauen. nach einer weile bekommt man auch die mischung hin. beim kauf muss das lejia extra verlangt werden.

viel spaß & zwei ruhige nächte noch. vorfreude ist berechtigt...
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